Am vergangenen Wochenende fanden auf der ehemaligen Olympiastrecke in Oberschleißheim bei München die 68. Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rudern statt. Bereits zum achten Jahr in Folge nahm auch das Team der Philipps-Universität an den Wettkämpfen teil.

Trotz des durchwachsenen Wetters gingen insgesamt mehrere hundert Sportlerinnen und Sportler an den Start. Nachdem das Marburger Team bei den letztjährigen Meisterschaften auf dem Maschsee in Hannover den Gewinn des Unipokals gegen die Technische Universität Dresden nur denkbar knapp verpasst hatte, rechneten sich die Männer und Frauen um die Trainer Daniel Riechmann und Hendryk Planz gute Chancen aus, dieses Mal die Gesamtwertung wieder für sich entscheiden zu können.

dhm2015Für dieses Ziel kämpften insgesamt 14 Marburger Boote um die begehrten Punkte. Am Ende der Regatta standen zwei erste Plätze, ein zweiter und ein dritter Platz zu Buche. Besonders erfolgreich war der Frauen-Doppelvierer um Hannah Klein, Janine Howe, Mara Schulz und Svenja Beer. Die vier Studentinnen erreichten in den Frauenrennen über 500 Meter im Gig-Boot und 1000 Meter im Rennboot jeweils den ersten Platz mit mehr als einer Bootslänge Abstand. Der zweite Frauenrennvierer der Marburger um Schlagfrau Anika Hüfner konnte einen guten dritten Platz erreichen und musste sich neben ihren Teamkolleginnen nur dem Boot der TU Dresden geschlagen geben. Darüber hinaus konnten sich acht weitere Boote für die A-Finals qualifizieren, darunter jeweils zwei Mixed-Achter, Mixed-Gig-Doppelvierer sowie Frauen-Gig-Doppelvierer. In einem starken Feld konnten sich trotz solider Leistungen ein Männer-Doppelvierer sowie ein Männer-Riemenvierer nicht behaupten und mussten den bitteren Gang ins B-Finale antreten. In der offenen Klasse starteten darüber hinaus ein Frauen-Doppelvierer und ein Männer-Einer, die innerhalb der von Leistungssportlern dominierten Wertung Achtungserfolge für sich verbuchen konnten. In der Gesamtwertung der Universitäten erruderte sich die Philipps-Universität einen guten zweiten Platz und wurde somit erneut deutscher Vize-Hochschulmeister. Geschlagen wurde diese tolle Teamleistung lediglich von der TU Dresden, die mit einer fast doppelt so großen Mannschaft startete. Immer mehr deutet sich in der Gesamtwertung des Unipokals somit eine „Erzfeindschaft“ zwischen den beiden traditionsreichen Universitäten an. Zwar konnte das Team aus der sächsischen Landeshauptstadt in den letzten beiden Jahren das bessere Ende für sich verbuchen, Cheftrainer Daniel Riechmann machte jedoch klar, dass auch im nächsten Jahr wieder mit Marburg zu rechnen sei: „Wir sind auf der diesjährigen Hochschulmeisterschaft – wie auch schon in den acht Jahren zuvor – wieder ganz vorne mitgefahren, haben unseren Zenit aber noch lange nicht erreicht. Natürlich wollten wir die Gesamtwertung gerne für uns entscheiden, aber Gewinnen ist für uns auch nicht alles. Wir wollen weiterhin jeden mitnehmen, der sich für eine Teilnahme an den Hochschulmeisterschaften begeistert, und uns nicht ausschließlich an leistungssportlichen Trainingsprinzipien ausrichten.“ Es darf mit Spannung erwartet werden, für welche Überraschungen die Marburger Hochschulruderinnen und -ruderer in der nächsten Saison werden sorgen können. (von S.Brünig/I.Fülber)