Schäfer doppelt erfolgreich – starke Masters und überzeugende Breite im Verein
Marburg/Gießen. Bei der 114. Gießener Pfingstregatta 2026 präsentierte sich der Marburger Ruderverein in ausgezeichneter Form und überzeugte mit Erfolgen in allen Bootsklassen. Auf der anspruchsvollen, stellenweise engen Lahnstrecke bewiesen die Athletinnen und Athleten Technik, Renntaktik und Nervenstärke.
Lucas Schäfer mit Doppelsieg
Im Mittelpunkt stand Lucas Schäfer, der gemeinsam mit seinem Zweierpartner Mats Winkels gleich zwei Siege verbuchen konnte. Sowohl im Vierer ohne Steuermann (4-) als auch im Achter setzte sich das Marburger Duo mit seinen Mannschaften durch. Während der Erfolg im Vierer souverän ausfiel, entwickelte sich das Achterrennen zu einem echten Krimi: Im Vorlauf war der Abstimmungsbedarf noch groß, und das Boot mit Lucas Schäfer auf der Schlagposition musste überraschend der Konkurrenz den Vortritt lassen. Doch im Finale steigerte sich die Crew deutlich. In einem packenden Bord-an-Bord-Duell fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern – mit dem besseren Ende für den Marburger Achter „Borderline“, der seinen berühmten Bugball hauchdünn vorne hatte.

Niklas Schäfer ebenfalls erfolgreich
Auch Niklas Schäfer trug maßgeblich zur erfolgreichen Marburger Bilanz bei. Er hat im Herbst sein Studium in Karlsruhe aufgenommen und startet nun für den Karlsruher RV Wiking. Er gewann sowohl im Einer als auch im Doppelzweier gemeinsam mit seinem Partner aus Karlsruhe. „Das waren zwei harte Rennen auf drei engen Bahnen“, erklärte Schäfer im Anschluss.
Gelungener Einstand der Masters
Einen erfreulichen Regattaeinstand gab es im Masters-Bereich. Das Mastersrudern ist nach Altersklassen gestaffelt. Ab 27 Jahren ist man in Klasse A startberechtigt, es geht bis Klasse L mit einem Durchschnittsalter von 85 Jahren. Die gemischten Zweier des MRV konnten sich erfolgreich präsentieren: Ina Ames und Frank Jury durften vor dem zweiten Marburger Boot als Erste jubeln. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sammelten die sechs Marburgerinnen und Marburger wichtige Erfahrungen und unterstrichen damit die starke Breite des Vereins über alle Altersklassen hinweg. Teamleiterin Silvia Gutberlet zeigte sich sehr zufrieden: „Wir hatten einige echte Ruder-Koryphäen als Gegner und konnten uns gut behaupten – Regatta, das machen wir bald wieder.“

Weltcup in Luzern als mögliches Ziel
Die Gießener Pfingstregatta unterstreicht insgesamt die positive Entwicklung des Marburger Rudervereins. Darüber hinaus richtet sich der Blick für Lucas Schäfer auch auf die internationale Bühne. Als nächstes folgt die Regatta in Ratzeburg. „Wenn es uns gelingt, unseren Vierer dort erfolgreich zu präsentieren, haben wir eine klitzekleine Chance, als dritter Vierer des Deutschen Ruderverbandes beim Weltcup in Luzern an den Start zu gehen“, so Schäfer nach dem Rennen. Für ihn wäre dies eine Rückkehr an einen besonderen Ort: Bereits 2016 konnte er sich auf dem „Göttersee“ für die Olympischen Spiele qualifizieren. Zunächst geht es jedoch für drei Wochen ins Trainingslager an den Bundesstützpunkt in Ratzeburg. Trainerlegende Ralf „Bockel“ Bockelmann ist gefordert, aus dem jungen Team um Schäfer eine schlagkräftige Crew zu formen.
Fokus auf die Deutschen Meisterschaften in Krefeld
In Gießen nicht am Start war hingegen die rund 30-köpfige Wettkampfmannschaft des MRV. Das Team nutzte das lange Pfingstwochenende, um sich gezielt auf die Deutschen Meisterschaften im Juli in Krefeld vorzubereiten. Erst in der vergangenen Woche war die Mannschaft aus einem intensiven Trainingslager am Edersee zurückgekehrt. Der nächste wichtige Formtest steht bereits in einer Woche bei der Regatta in Kassel an, wo sich zeigen wird, wie gut die Vorbereitung Früchte trägt.
Erfolgreicher Verein mit Perspektive
Mit den starken Ergebnissen von Gießen im Rücken blickt der Marburger Ruderverein optimistisch auf die kommenden Herausforderungen – und zeigt sich sowohl im Leistungs- als auch im Mastersbereich hervorragend aufgestellt.
Daniel Riechmann
Fotos: Regatta Gießen und Ina Ames
