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Doppelsieg bei 40 Grad in Niedersachsen

Zwei Drachenbootteams feiern den Sieg. Vor ihnen macht jemand einen Luftsprung

1911er Lahndrachen trotzen der Hitze und triumphieren

Northeim. Temperaturen von nahezu 40 Grad, starke Konkurrenz und die erste Regatta in Niedersachsen– die 1911er Lahndrachen des Marburger Rudervereins feierten in Northeim einen gelungenen Einstand und sicherten sich sowohl auf der Kurz- als auch auf der Langstrecke den Sieg.

Am 27. Juni 2026 wagte sich das Team erstmals in die Drachenbootszene rund um Hannover. Während der Sport in Hessen vielerorts noch eine vergleichsweise kleine Rolle spielt, ist Drachenboot in Niedersachsen fest in den Vereinen verankert. Viele Vereine verfügen über mehrere Mannschaften, entsprechend hoch war das sportliche Niveau. Für die Lahndrachen bot sich damit die Gelegenheit, sich mit einer neuen und starken Konkurrenz zu messen.

Bereits in den Vorläufen über 230 Meter sorgten die Marburger für Aufmerksamkeit. Mit einer Zeit von 56,56 Sekunden fuhren sie die schnellste Vorlaufzeit des Tages. Selbst der Veranstalter zeigte sich beeindruckt und fragte: „Wer seid ihr? Wie brutal fahrt ihr – warum kennen wir euch nicht?“

Mit dieser Leistung qualifizierten sich die Lahndrachen für das Finale. Dort warteten mehrere leistungsstarke Teams aus der Region Hannover, deren Vorlaufzeiten ein spannendes Rennen erwarten ließen. Doch die Marburger legten im entscheidenden Lauf noch einmal eine Schippe drauf. In 55,38 Sekunden verbesserten sie ihre Vorlaufzeit um mehr als eine Sekunde und gewannen das Finale mit einem Vorsprung von knapp einer Sekunde auf das zweitplatzierte Boot – ein deutlicher Abstand auf der nur 230 Meter langen Sprintstrecke.

Im Anschluss stand die Langstrecke auf dem Programm. Aufgrund der hohen Temperaturen verkürzte der Veranstalter die ursprünglich geplanten 2.000 Meter aus Sicherheitsgründen auf 1.000 Meter. Gefahren wurde als Verfolgungsrennen mit einer Wende, bei dem die Mannschaften im Abstand von zehn Sekunden starteten. Als Sieger der Kurzstrecke gingen die Lahndrachen als letztes Boot auf die Strecke.

Nach den kräftezehrenden Sprintläufen und der großen Hitze war die Erschöpfung der Mannschaft deutlich anzumerken. Das Ziel war zunächst, einen Platz unter den ersten drei zu erreichen. Doch auch auf der Langstrecke mobilisierten die Lahndrachen noch einmal alle Kräfte. Mit einem starken Endspurt sicherten sie sich überraschend auch den Sieg auf der Langstrecke.

Mit dem Doppelsieg in Northeim haben die 1911er Lahndrachen eindrucksvoll gezeigt, dass sie nicht nur in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erfolgreich unterwegs sind, sondern auch in einer der stärksten Drachenbootregionen Deutschlands mit erfahrenen Mannschaften mithalten können. Der gelungene Einstand in Niedersachsen bestätigt die positive Entwicklung des Teams und macht Vorfreude auf die kommenden Regatten.

Justine Poloczek