Dreifachsieg und weitere Medaillen für die Marburger
Flensburg. Mit einer beeindruckenden Bilanz kehrten die Ruderinnen und Ruderer des Marburger Rudervereins (MRV) von den Deutschen Meisterschaften im Coastal Rowing auf der Flensburger Förde zurück. Bei den nationalen Titelkämpfen gelang den Marburgern ein außergewöhnlich erfolgreiches Wochenende mit gleich mehreren Meistertiteln und Podestplätzen. Die Meisterschaften wurden vom Deutschen Ruderverband gemeinsam mit dem Ruderklub Flensburg ausgerichtet.
Für das herausragende Ergebnis sorgte insbesondere der gemischte Doppelvierer. Hier gelang dem MRV ein bemerkenswerter Dreifachsieg. Die Marburger Boote belegten die Plätze eins, zwei und drei und demonstrierten eindrucksvoll ihre Dominanz in dieser Bootsklasse.Auch der Männervierer sicherte sich den Deutschen Meistertitel und steuerte damit eine weitere Goldmedaille zur erfolgreichen Bilanz bei. Der Frauenvierer komplettierte das starke Abschneiden mit einem hervorragenden zweiten Platz und gewann die Silbermedaille. Leonard Briefs aus dem Siegreichen Mixedvierer zog nach den Meisterschaften ein rundum positives Fazit:
„So ein Wochenende erlebt man nicht oft. Die Medaillen sind großartig, aber am meisten werde ich die Stimmung im Team in Erinnerung behalten. Wir haben gemeinsam gekämpft, gefeiert und uns gegenseitig unterstützt.“
Beach Sprint: Die olympische Zukunft des Rudersports
Für spektakuläre Szenen sorgten vor allem die Beach-Sprint-Wettbewerbe. Diese dynamische Disziplin des Coastal Rowing gehört ab den Olympischen Spielen 2028 zum olympischen Programm. Beim Beach Sprint sprinten die Athletinnen und Athleten zunächst vom Strand zu ihren Booten, absolvieren einen Wendekurs um Bojen auf dem Wasser. Die Bugfrau oder der Bugmann beendet das Rennen mit einem final Sprint vom angelandeten Boot über den Strand mit dem Drücken des Buzzers im Sand. Die Kombination aus Lauf- und Rudersprint macht die Wettkämpfe besonders attraktiv für Zuschauer. Die Wettbewerbe auf der Flensburger Förde verlangten den Teilnehmenden alles ab. Coastal Rowing verbindet klassisches Rudern mit den besonderen Herausforderungen von Wind, Wellen und anspruchsvollen Kursen auf offenem Wasser. Entsprechend hoch ist der Stellenwert der errungenen Titel und Platzierungen.
Bugmann Florian Pumple beschreibt die besonderen Anforderungen dieser Disziplin eindrucksvoll:
„Es ist unglaublich hart, nach 500 Metern Rudern noch die letzten 20 bis 25 Meter zum Buzzer zu sprinten. Aber wenn man ihn schließlich erreicht, fühlt es sich an, als hätte man Flügel gehabt.“
Fair Play auf und neben dem Wasser
Für eine besondere Fair-Play-Geste sorgten die Marburger am Sonntag. Nachdem eine dänische Auswahlmannschaft durch eine kurzfristige Abmeldung keinen Gegner mehr für ihr Rennen gehabt hätte, organisierten die Marburger gemeinsam mit dem gastgebenden Ruderklub Flensburg kurzerhand zusätzliche Mannschaften. Bereits am Samstagabend wurden fünf gemischte Vierer neu zusammengestellt, um den Wettbewerb dennoch stattfinden zu lassen. Selbst Teamleiter Daniel Riechmann musste kurzfristig als Steuermann einspringen, um die Mannschaften zu komplettieren und die spontanen Rennen zu ermöglichen. Sein Fazit fällt ungewohnt vieldeutig aus: „Ich glaube, ich muss andere Dinge lassen und das wieder öfter machen.“
Sportlich zahlte sich dieser Einsatz ebenfalls aus. Über die sechs Kilometer lange Coastal-Langstrecke konnten die MRV-Athletinnen und Athleten nochmals überzeugen und neben dem Meistertitel auch die Silbermedaille gewinnen.
Lucas Schäfer setzt den Schlusspunkt
Den krönenden Abschluss eines außergewöhnlichen Meisterschaftswochenendes setzte MRV-Routinier Lucas Schäfer. Er gewann am Sonntag gemeinsam mit seiner Renngemeinschaft aus Mainz und Kiel die Goldmedaille im Männervierer auf der sechs Kilometer langen Langstrecke und sorgte damit für einen weiteren deutschen Meistertitel in den Reihen der Marburger.
Mit mehreren Deutschen Meistertiteln, dem Vizemeistertitel im Frauenvierer, dem Dreifachsieg im Mixed-Vierer sowie Gold und Silber auf der Langstrecke setzte der MRV ein deutliches Ausrufezeichen und bestätigte seine herausragende Stellung im deutschen Coastal Rowing.
Blick nach vorn: Hochschulmeisterschaft in Marburg
Nach diesem Erfolg richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Herausforderungen. Ein besonderer Höhepunkt wird im kommenden Jahr die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Beach Sprint in Marburg sein. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Nach den Erfolgen auf der Flensburger Förde dürfen sich die heimischen Athletinnen und Athleten dort berechtigte Hoffnungen auf weitere Spitzenplatzierungen machen. ADH-Disziplinchef Daniel Otto blickt optimistisch auf die Titelkämpfe in Marburg:
„Wir werden das schon hinkriegen. In Dresden war 2024 die Elbe Austragungsort der Meisterschaften. Wenn es auf den Seen rund um Marburg doch nicht klappt, die Marburger Ruderinnen und Ruderer haben Lahn ohnehin längst verzaubert.“
Daniel Riechmann
