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Doppelsilber für die Lahndrachen – zweimal Platz zwei zum Saisonabschluss

Die Mitglieder des Drachenbootteams stehen stolz und lachend auf einer Treppe

Marburger Drachenbootteam überzeugt beim kurzfristig eingeschobenen Start in Mülheim

Marburg/Mülheim. Eigentlich sollte die Saison der 1911er Lahndrachen des Marburger Rudervereins in Schierstein zu Ende gehen. Doch die Absage des traditionellen Dr.-Günter-Renschin-Cups durch den Wassersportverein Schierstein machte den Marburgern zunächst einen Strich durch die Rechnung. Die Lahndrachen wollten die Saison jedoch nicht mit einer ausgefallenen Regatta beenden und fanden kurzfristig eine Alternative: Mülheim an der Ruhr.

Dort gingen die Marburger erstmals seit 2022 wieder an den Start – und sorgten mit zweimal Silber für einen erfolgreichen Abschluss ihrer Saison 2026.

Mülheim ist für die Lahndrachen dabei ein besonderer Ort. Nach der Corona-Pause hatte die Mannschaft dort zu neuer Stärke gefunden. Seitdem entwickelte sich das Team kontinuierlich weiter, wuchs immer enger zusammen und konnte zahlreiche sportliche Erfolge feiern. Ehrgeiz auf dem Wasser und der gemeinsame Spaß am Drachenbootsport gehören dabei bis heute untrennbar zusammen.

Schnellstes Boot im Vorlauf

Viel Zeit zur Vorbereitung blieb den Lahndrachen für den kurzfristig eingeschobenen Wettkampf allerdings nicht. Die Meldefristen waren bereits verstrichen. Zudem wurde in Mülheim im 12er-Boot über 250 Meter und anschließend über 1000 Meter als Verfolgungsrennen gefahren – ungewohnte Bootsdisziplin für die Marburger.

Auch das Wetter stellte die Mannschaft vor eine zusätzliche Herausforderung. Immer wieder gingen kräftige Schauer über der Regattastrecke nieder. Die Paddlerinnen und Paddler wurden dabei nicht nur von oben, sondern durch Spritzwasser auch von unten ordentlich nass.

Davon ließen sich die Lahndrachen jedoch nicht beeindrucken. Über die 250 Meter erwischten sie einen starken Vorlauf und paddelten die schnellste Zeit aller 12er-Boote. Damit war der Einzug ins Finale perfekt.

Dort wartete mit der heimischen Nachwuchsmannschaft angehender Kanuten starke Konkurrenz. In einem engen Rennen mussten sich die Marburger knapp geschlagen geben. Dennoch konnten sie zufrieden sein: Im Finale verbesserten sie ihre Zeit aus dem Vorlauf und sicherten sich einen starken zweiten Platz.

Auch über 1000 Meter Silber

Doch damit war der Wettkampftag noch lange nicht beendet. Im anschließenden 1000-Meter-Verfolgungsrennen gingen die Boote mit jeweils zehn Sekunden Abstand auf die Strecke. Zwei Wenden sorgten für zusätzliche Spannung.

Auch auf der langen Distanz zeigten die Lahndrachen eine starke Leistung und hatten den Sieg durchaus in Reichweite. Dann wurde eine Wende zum entscheidenden Moment des Rennens. Aufgrund eines Steuermanövers des vorausfahrenden Bootes mussten die Marburger die Außenwende nehmen und verloren dadurch einen Platz.

Den entstandenen Rückstand konnten die Lahndrachen anschließend nicht mehr vollständig aufholen. Damit war auch über 1000 Meter der zweite Platz gesichert.

Doppelsilber zum Saisonende

Zweimal Platz zwei, zweimal Silber – mit diesem Ergebnis konnten die 1911er Lahndrachen zufrieden die Heimreise antreten. Besonders bemerkenswert war die Leistung angesichts der kurzfristigen Teilnahme, der ungewohnten Renndistanzen und der schwierigen Wetterbedingungen.

Damit fand eine erfolgreiche Saison 2026 doch noch einen gelungenen Abschluss. Was zunächst mit der Absage des traditionellen Saisonstarts in Schierstein wie ein enttäuschendes Ende aussah, wurde durch den spontanen Abstecher nach Mülheim zu einem sportlichen Erfolg.

Die Lahndrachen konnten in dieser Saison bei ihren Starts immer wieder Podiumsplätze erreichen und bewiesen dabei nicht nur sportliche Stärke, sondern auch den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.

Mit zwei Silbermedaillen im Gepäck verabschieden sich die 1911er Lahndrachen nun in die Saisonpause. Der ungeplante Start in Mülheim setzte dabei einen passenden Schlusspunkt unter eine erfolgreiche Saison.

Justine Poloczek

Foto: DJK Ruhrwacht